Es geht um dich, nicht um mich!
- Guntram Fechtig
- 10. Juli
- 2 Min. Lesezeit
🤣 Ich mach das hier echt maximal ungeschickt.
Andere Fotografen zeigen dir jeden Tag die schönsten Kinder, die emotionalsten Umarmungen, den Papa mit Tränen in den Augen und die Mama, die beim Anschauen der Bilder gleich wieder heult.
Und ich?
Ich fotografiere lieber einen Pinsel. 🤷🏻♂️
Marketingtechnisch ist das ungefähr so schlau, wie einen Ferrari mit einer Plane abzudecken und zu sagen: „Vertrau mir einfach, der ist darunter wirklich schön.“
Ich könnte dir jeden zweiten Tag schreiben:
„BUCH MICH!“
Oder noch besser:
„Nur noch drei Termine frei!“
Obwohl ich ganz genau weiß, dass mein Kalender zwischendurch eher nach Wüste als nach Hochsaison aussieht. 🤣
Mach ich aber nicht.
Weil die Momente, die dich wahrscheinlich wirklich überzeugen würden, eigentlich gar nicht hierher gehören.
Die gehören dir.
Das erste Grinsen von deinem Zwerg.
Die Träne von Oma.
Der Blick zwischen zwei Menschen, den außer ihnen niemand bemerkt.
Oder der komplette Wahnsinn, wenn alle gleichzeitig reden, lachen und niemand mehr weiß, wer eigentlich gerade fotografiert wird.
Das sind keine Werbefotos.
Das sind Erinnerungen.
Und Erinnerungen haben bei mir irgendwie Hausverbot auf Instagram. Zumindest die meisten davon.
Darum siehst du hier oft Bilder, bei denen der Fokus auf einem Pinsel liegt, auf einer kleinen Hand oder irgendwo sonst, wo ein Fotograf angeblich niemals hin fokussieren sollte.
Die eigentliche Geschichte bleibt nämlich dort, wo sie hingehört.
Bei den Menschen, die sie erlebt haben.
Ja… damit mache ich mir mein Leben vermutlich unnötig schwer. Wahrscheinlich könnte ich meinen Kalender einfacher füllen, wenn ich deine emotionalsten Momente täglich durchs Internet schieben würde.
Aber ganz ehrlich?
Ich möchte lieber, dass meine Kunden irgendwann sagen:
„Der hat unsere Geschichte für uns fotografiert.“
Und nicht:
„Ach stimmt… wir waren die Werbung von letzter Woche.“ 🤭





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