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Leben durch‘s Display đŸ€Ș


KĂŒrzlich beim Laternenfest haben alle Eltern krampfhaft versucht, Fotos zu machen. Ein Ehrentag. Ein besonderer Tag auf den viele Kinder hinfiebern. Und jeder hat sofort die Melodie von damals im Ohr, als man selber im dunklen die Laterne durch das Dorf getragen hat... Nun ja. Da standen die SchĂ€tzchen also im Kreis und sangen ihre Lieder, mit Stolz geschwellter Brust und Laterne in der Hand. Aber so genau konnte ich das Spektakel eigentlich gar nicht sehen, weil es blendete. Jawohl. Mitten in der wohligen Dunkelheit blendete mir von der anderen Seite des Kreises ein Handylicht ins Gesicht. Und noch eins, und links auch und rechts sowieso und hinter mir. Und mehr als ein Drittel aller Eltern war mit Filmen und Fotografieren beschĂ€ftigt. Kein schöner Anblick. Die Stimmung, zumindest bei mir, war durch das viele kĂŒnstliche Licht ruiniert. Und das schrecklichste an allem: die Fotos wurden eh nix! Viel zu dunkel, viel zu schlechte BildqualitĂ€t mit dem Handy... Alles fĂŒr die Katz', dieses Gefuchtel mit dem Smartphone.


Und sowieso... Wieso fotografieren wir bei besonderen AnlĂ€ssen wie verrĂŒckt, aber der Alltag, der 95% unseres Daseins ausmacht, geht unter? Ups, Tag vorbei, noch keinen Moment genossen, keinen Moment festgehalten, weder im Herzen noch auf der Kamera. Zeit rennt meine Lieben. Und es gibt vieles, das wir durch ein Bild noch ein wenig erahnen können, vom GefĂŒhlsspektrum welches wir damals spĂŒrten... Aber wertvoller als jedes Foto der Welt ist, wenn unsere Kinder spĂŒren, dass sie gesehen werden. Nicht durchs Handy, nicht von der ganzen abwesenden Verwandtschaft auf einem WhatsApp-Video. Sondern von uns, in dem Moment, in dem sie stolz vor sich hin trĂ€llern. Einfach mit einem ebenso glĂ€nzenden Blick, wie unsere Kinder ihn oft haben, die Erinnerung aufsaugen. Im Herz speichern, sonst nirgends.

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