Extra Meile
- Guntram Fechtig
- 10. März
- 2 Min. Lesezeit

33 Jahre lang war ich eine ganz besondere Nase. 🤭
Die Sorte Mensch, die immer den leichtesten Weg gefunden hat.
Warum anstrengen, wenn’s auch gemütlich geht?
Ich war quasi der Erfinder von Abkürzungen.
Wenn irgendwo ein Weg mit „Extra-Meile“ ausgeschildert war, habe ich sofort geschaut, ob es daneben einen kleinen Pfad gibt mit dem Schild:
„Hier geht’s einfacher.“
Und wenn eine Aufgabe 100 % Einsatz gebraucht hätte, dann waren bei mir 75 % schon Hochleistungssport.
Da habe ich mich danach gefühlt wie jemand, der gerade einen Marathon gewonnen hat.
Dann… 🙈
Dann habe ich das erste Mal so eine richtige Kamera in die Hand bekommen.
Seitdem ist irgendwas komplett schiefgelaufen.
Plötzlich mache ich Dinge, die früher absolut undenkbar gewesen wären.
Ich werfe mir selber Steine in den Weg.
Nicht kleine Kiesel… nein… richtige Brocken.
Ich laufe nicht nur eine Extra-Meile, ich laufe gleich alle.
Einfach zur Sicherheit. Man weiß ja nie, ob noch eine fehlt.
Nachtschichten?
Früher undenkbar.
Heute arbeite ich teilweise mehr nachts als Leute, deren offizieller Job Nachtschicht ist.
Und wenn irgendwo ein neuer Weg auftaucht, der komplizierter aussieht als alles andere…
dann bin ich natürlich der Erste, der sagt:
„Oh ja, den probieren wir!“
Manchmal gehe ich sogar an Türen klopfen und frage:
„Entschuldigung… gibt es hier vielleicht noch einen Umweg? Der aktuelle Weg ist mir noch zu einfach.“ 🤪
Und auf diesem völlig absurden Weg haben sich inzwischen ungefähr zwei Millionen Momente angesammelt.
Unzählige Extra-Meilen.
Und vermutlich auch tausende Fettnäpfchen, in die ich mit voller Überzeugung reingestiegen bin.
Aber genau diese Mischung aus Umwegen, Chaos, Nachtschichten und kleinen Katastrophen…
…hat mich zu genau dem Fotografen gemacht, der ich heute bin.
Und ehrlich gesagt?
Ich habe gar nicht vor, damit aufzuhören.
Ich werde mir weiterhin Steine in den Weg werfen.
Weiterhin Extra-Meilen laufen.
Und wahrscheinlich auch weiterhin an Türen klopfen und fragen, ob es noch einen komplizierteren Weg gibt.
Denn nur so komme ich irgendwann zu meinem Ziel.
Aber über dieses Ziel…
reden wir ein anderes Mal. 🤭



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