Leicht wäre langweilig
- Guntram Fechtig
- vor 1 Tag
- 2 Min. Lesezeit
Es gibt Sachen, die kann man recht einfach vermarkten.
Leckeres Essen 🥘 – da zeigst du, was auf den Teller kommt, erzählst vom Feuerwerk im Mund und wenn es gut war, kommen die Nasen wieder.
Musik 🥳 – wenn da ein Ohrwurm dabei ist, wirfst du den auf tausend Plattformen und die Nasen hören sich den Käse in Dauerschleife an. 🤣
Und dann komm ich mit meinem Monk daher und denke mir: Machen wir das Ganze doch einfach noch ein Stück schwieriger. 😂
Ich bin hier auf Social Media eher leise mit dem „Mach ein Shooting bei mir, du Sack!“
Stattdessen werfe ich Bilder in den Raum, auf denen man manchmal nicht mehr als zwei Hände sieht.
So wie hier.
Keine Tränen. Kein Kuss. Keine Emotion mitten in die Fresse.
Einfach zwei Hände.
Und genau da beginnt das Problem. 🤭
Denn Fotos haben heute auch nicht mehr den Stellenwert wie früher. Heute läuft jede Nase mit einem Smartphone herum und denkt, sie wäre der nächste Starfotograf. 🤣
Da stehst du als Fotograf und versuchst etwas zu verkaufen, das die meisten Menschen erst Jahre später wirklich verstehen.
Denn für die meisten hier sind das einfach zwei Hände auf einer Tanzfläche.
Für zwei ganz bestimmte Nasen ist das vielleicht einer der wertvollsten Momente ihres Lebens.
Heute merken sie das vielleicht noch gar nicht.
Aber in zehn, zwanzig oder dreißig Jahren?
Wenn das Kleid längst im Schrank hängt, die Musik verstummt ist und das Leben ein paar Kratzer mehr bekommen hat?
Dann schauen sie auf dieses Bild und wissen plötzlich wieder ganz genau, wie sich dieser Augenblick angefühlt hat.
Und aus zwei Händen wird etwas Unbezahlbares.
Genau das macht meinen Job so verrückt.
Ich versuche heute Menschen davon zu überzeugen, dass ich die richtige Nase bin, um ihre Erinnerungen festzuhalten. Obwohl der wahre Wert meiner Arbeit oft erst viele Jahre später sichtbar wird. 🤣
Marketingtechnisch ist das ungefähr so schlau, wie einen Schneemann in die Wüste zu stellen und auf Kundschaft zu warten. 😂
Aber genau das liebe ich daran.
Weil ich nicht einfach Fotos mache.
Ich sammle die kleinen Momente, die heute unscheinbar wirken und irgendwann zu den wertvollsten Erinnerungen im ganzen Haus werden. 🥰





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